Paul Stanley wurde mit Kiss berühmt und reich. Glücklich aber ist er als Maler und Autor. In seinem zweiten Buch beschreibt er etwa, wie man gesund und frisch im Kopf bleibt. Eine Begegnung während der Abschiedstournee der größten Glamrockband aller Zeiten.

Das mit den Masken hat er eigentlich nie so richtig gemocht. Die Idee hat ihn zwar sehr reich gemacht, sie hat es aber irgendwie immer auch ein bisschen verhindert, dass die Menschen in ihm den Künstler gesehen haben, der er tatsächlich ist. Paul Stanley, 67 Jahre alt und mit der Figur eines Twens gesegnet, ist Leadstimme und Frontfigur der Glamourrocker Kiss. Er ist Mittelpunkt einer bombastischen Show, die nun zum letzten Mal um die Welt geht. Ein kreativer Kopf, der mehr kann und will als „rock and roll all night and party every day“.

Als wir uns treffen, trägt Stanley schwarz. Schuhe, Hose, Shirt, am rechten Handgelenk vier Ketten, am linken eine goldene Uhr. Er trinkt Tee aus einem großen Pott und wirkt sehr in sich ruhend. Stanley ist das Gegenstück zu Gene Simmons, dem Kerl mit der langen Zunge und dem überdimensionalen Ego. Simmons umgibt sich gern mit Prominenten, schon in den 70er-Jahren hatte er eine öffentlich ausgelebte Liaison mit der Sängerin Cher. In Talkshows ist sein Lieblingsthema sein Reichtum, er wirkt dann wie ein verkleideter Wall-Street-Broker mit Perücke und Sonnenbrille. In den vergangenen Tagen, in denen Kiss nach 43 Shows Luft holten für die noch vor ihnen liegenden 60 Konzerte, besuchte er das Pentagon und das Weiße Haus. Stanley blieb lieber zu Hause. Bei der Familie und bei seiner Staffelei.

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